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Mitarbeiterzufriedenheit

Lärminduzierter Stress am Arbeitsplatz

Stellen Sie sich ein Großraumbüro vor … Gespräche hier, Gespräche da; Drucker, die scheinbar unendlich viele Kopien am Tag machen; Telefone, die ununterbrochen klingeln und dazu noch Baustellenlärm vor dem Fenster! Das klingt jetzt erstmal nicht nach einem ruhigen und entspannten Arbeitsplatz. Aber auch in kleineren Büros kommen wir durch ständige Hintergrundgeräusche mit unserer Konzentrationsfähigkeit schnell an unsere Grenzen [1]. Oftmals müssen wir unsere Arbeit für eine Weile unterbrechen. Sind wir dem Lärm mehrere Stunden lang ausgesetzt, werden wir unzufrieden [2], fühlen uns hilflos – unsere Motivation sinkt [2,3] und unsere kognitive Leistung nimmt ab [4,5,6].

Welche Faktoren lenken uns am meisten ab?

Forscher haben herausgefunden, dass Gespräche von Kollegen am meisten stören (55%) und von der eigentlichen Arbeit ablenken [7,8]. Auch das Klingeln eines Telefons, das unbeantwortet bleibt oder das monotone Brummen der Klimaanlage und Büromaschinen kann störend sein [7]. Bereits ein niedriger Geräuschpegel oder irrelevante Gespräche genügen [9], um uns während der Bearbeitung von komplexen und anspruchsvollen Aufgaben aus dem Konzept zu bringen [2].

Gewöhnen wir uns irgendwann an den Lärm?

Ruhige Momente am Arbeitsplatz liefern eine kurze Entwöhnungsphase, in der unsere Aufmerksamkeit für einen Augenblick nicht auf dem störenden Geräusch liegt [6]. Taucht das Geräusch dann erneut auf und gelingt es uns nicht, es zu ignorieren, fühlen wir uns dadurch genauso gestresst wie vor der Ruhephase [10]. Dabei erhöhen selbst kleine Veränderungen eines Geräusches (z. B. Regulierung der Lautstärke, Tonfrequenzen …) den Grad der Störung, sobald uns diese Veränderung bewusst wird [7]. Eine Gewöhnung findet nicht statt.

Körperliche Auswirkungen

Vorwiegend industrieller Lärm, wie er z. B. in Produktionshallen vorkommt, kann sich negativ auf unseren Körper auswirken [11]. So werden das endokrine, neurologische und gastrointestinale, aber besonders das kardiovaskuläre System in der Form beeinflusst [12], dass unser Blutdruck und unsere Herzrate ansteigen [13,14].

Nutzen Sie zur Prävention von lärminduziertem Stress geräuschabsorbierende Trennwände.

Konkrete Handlungsempfehlungen

In Großraumbüros gilt ein Lärmpegel von 55 dB als Obergrenze [15]. Das entspricht in etwa der Lautstärke eines normalen Gespräches [15]. Bei hauptsächlich kognitiven Tätigkeiten sollten 35-45 dB nicht überschritten werden, damit die Konzentrationsfähigkeit erhalten bleibt [15]. Wenn möglich, sollten die Arbeitsplätze nach kognitiven Anforderungen getrennt werden, d. h. diejenigen MitarbeiterInnen, die für die Ausübung ihrer Tätigkeit Ruhe benötigen, sollten von den Arbeitsplätzen, an denen es generell lauter zugeht, weiter entfernt sitzen.

Zur Verbesserung der Raumakustik tragen geräuscharme Büromaschinen (Drucker etc.) oder die Verlegung dieser Geräte in einen anderen Raum bei [15,16]. Bei Nicht-Besetzung eines Schreibtisches hilft die Weiterleitung von Telefonanrufen zu einer Zentrale [17]. Irrelevante Hintergrundgespräche von Kollegen sollten in einen separaten Raum verlegt oder feste Kommunikationsregelungen (Handy, private Gespräche etc.) eingeführt werden [15,16]. Ebenso eignen sich geräuschabsorbierende Trennwände oder Fußböden. Auf dieser Seite finden Sie wirkungsvolle Schalldämmungen zur Realisierung der gewünschten Akustik im Raum.

Identifizierung von Stressoren mit CompanyMood

Bei der Erfassung von jobbezogenen Belastungen sind wir Ihnen gerne behilflich. Nutzen Sie CompanyMood zur Beurteilung der psychischen Gefährdung und zur Identifizierung von Stressfaktoren am Arbeitsplatz. Lesen Sie dazu auch unsere Artikel zur psychischen Gefährdungsbeurteilung, Stress und Resilienz.

Quellen

[1] Keighley, E. C. & Parkin, P. H. (1981). Subjective response to the noise climate of landscaped offices. Technical Report, Watford: Building Research Institute.

[2] Evans, G. W. & Johnson, D. (2000). Stress and open-office noise. Journal of Applied Psychology, 85, 779–783. doi:10.1037/0021-9010.85.5.779

[3] Evans, G. W. (2000). Environmental stress and health. In A. Baum, T. Revenson, & J. E. Singer (Hrsg.), Handbook of health psychology (pp. 365–385). Mahwah, NJ: Erlbaum

[4] Loewen, L. J. & Suedfeld, P. (1992). Cognitive and arousal effects of masking office noise. Environment and Behaviour, 24, 381–395. doi:10.1177/0013916592243006

[5] Banbury, S. & Berry, D. C. (1997). Habituation and dishabituation to speech and office noise. Journal of Experimental Psychology: Applied, 3, 181–195. doi:10.1037/1076-898x.3.3.181

[6] Banbury, S. & Berry, D. C. (1998). Disruption of speech and office-related tasks by speech and office noise. British Journal of Psychology, 89, 499–517. doi:10.1111/j.2044-8295.1998.tb02699.x

[7] Boyce, P. R. (1974). User’s assessments of a landscaped office. Journal of Architectural Research, 3, 44–62.

[8] Langdon, J. (1966). Modern offices: A user survey. National Building Studies Research Paper, 41, London.

[9] Jones, D. M., & Morris, N. (1992). Irrelevant speech and cognition. In D. M. Jones & A. Smith (Hrsg.), Handbook of human performance (pp. 29–53). London: Academic Press

[10] Tremblay, S. & Jones, D. M. (1998). Role of habituation in the irrelevant sound effect: Evidence from the effects of token set size and rate of transition. Journal of Experimental Psychology: Learning, Memory and Cognition, 24, 659–671. doi:10.1037/0278-7393.24.3.659

[11] Singhal, S., Yadav, B., Hashmi, S. F., & Muzammil, Md. (2009). Effects of workplace noise on blood pressure and heart rate. Biomedical Research, 20, 122–126.

[12] Anticaglia, J. & Cohen, A. (1970). Extra-auditory effects of noise as a health hazard. American Industrial Hygiene Association Journal, 31, 277–281. doi:10.1080/0002889708506243

[13] Mahmood, R., Ghulam, J. H., Alam, S., Safi, A. J., & Salahuddin, A. (2007). Effect of 90 decibel noise of 4000 Hertz on blood pressure in young adults. Noise Pollution, 4, 1–4.

[14] Peterson, E. A., Angenstein, J. S., & Tomis, D.C. (1981). Noise raises blood pressure without impairing auditory sensitivity. Science, 211, 1450–1452. doi:10.1126/science.7466404

[15] Beermann, B., Henke, N., Brenscheidt, F., & Windel, A. (2010). Wohlbefinden im Büro. Arbeits- und Gesundheitsschutz bei der Büroarbeit. Dortmund: Bundesministerium für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

[16] Abele, S. (2019). Lärmschutz im Büro – Tipps für mehr Ruhe. www.barmer.de. Abgerufen über https://www.barmer.de/arbeitgeber/service-beratung/arbeit-gesundheit-worklifebalance/laermschutz-im-buero-25574

[17] Banbury S. P. & Berry, D. C. (2005). Office noise and employee concentration: Identifying causes of disruption and potential improvements. Ergonomics, 48, 25–37. doi:10.1080/00140130412331311390

Stephanie Wörz

Als Master-Psychologin mit dem Schwerpunkt der Arbeits- und Organisationspsychologie bin ich im Bereich Business Development tätig. Ich stehe meinen Kollegen bei der Entwicklung von CompanyMood mit psychologischem Fachwissen zur Seite.

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