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Ergonomie am Arbeitsplatz

Achten Sie manchmal darauf, wie Sie am Schreibtisch sitzen? Sitzen Sie vielleicht mit krummem Rücken auf Ihrem Stuhl, der zudem noch total unbequem ist … Verspannungen, Rücken- oder Kopfschmerzen sind für Sie keine Seltenheit, wenn Sie nach acht Stunden Ihren Arbeitsplatz verlassen? Dann kann es sein, dass Ihre Arbeitsumgebung nicht ergonomisch ist und sich negativ auf Ihre Gesundheit auswirkt.

Was bedeutet Ergonomie?

Ergonomisch zu arbeiten bedeutet „so zu arbeiten (bzw. arbeiten zu können), dass optimale Arbeitsergebnisse erzielt werden und der Mensch dabei gesund, fit, leistungsfähig und ermüdungsfrei bleibt“ [1].

Welche Funktionen hat die Ergonomie?

  • Anpassung der Arbeitsbedingungen an die MitarbeiterInnen [1]
  • Individueller Schutz der Gesundheit und Psyche [1]
  • Persönlichkeitsentwicklung inkl. Handlungsspielräumen und Weiterbildungsmöglichkeiten [1]
Ist dieser Stuhl wirklich bequem und ergonomisch?

Ergonomisch gestaltet ist ein Arbeitsplatz erst, wenn keine Gefahr mehr für die Gesundheit besteht und ein angemessenes Arbeiten möglich ist [1]. So führt eine falsche Haltung zu Wirbelsäulenbeschwerden, Verspannungen, Kopfschmerzen, Taubheit in Armen oder Beinen. Entscheidend ist dabei die Dauer der Belastung. Statische Arbeitsabläufe können ohne körperlichen Ausgleich (unterbrochene Sitzzeiten oder Bewegungen) Beschwerden hervorrufen [1].

Verstärkt werden diese oftmals noch durch Stress und andere Einflüsse wie eine ungünstige Beleuchtung, ein zu hoher Lärmpegel oder ein stickiger Raum [1]. Dagegen tragen erholsamer Schlaf, das soziale Umfeld, die Ernährung und Hobbies zu einem gesunden und ergonomischen Verhalten am Arbeitsplatz bei sowie zur Reduktion von Überlastungen und Verminderung von Schäden [1].  

5-Säulen-Konzept nach Just

Just (2011) beschreibt ein Konzept, dass er das 5-Säulen Konzept nennt. Demnach führen die Faktoren Verhältnis- und Verhaltensergonomie, Selbstmanagement, Beschwerdefreiheit und Ernährung zu einer gesteigerten Leistungsfähigkeit und zu mehr Wohlbefinden [1].

Verhältnisergonomie

Die Verhältnisergonomie soll durch entsprechende Maßnahmen arbeitsbezogene Belastungen abbauen und berücksichtigt entsprechend die Arbeitsbedingungen und die ergonomische Arbeitsumgebung, d. h. Arbeitsmittel, Luft-, Lärm-, und Lichtverhältnisse etc. [1]. So führt eine unzureichende Beleuchtung zu vorzeitiger Ermüdung, Kopf- und Augenschmerzen, erhöhter Fehlerhäufigkeit und höherer Unfallgefahr [2].

Ergonomisch wäre eine Positionierung parallel zum Fenster [3], wobei die Lichtquelle gegen eine Wand strahlt und bei Rechtshändern von links – bei Linkshändern von rechts – oder von vorne auf die Arbeitsfläche strahlt. Indirekte Beleuchtungen sollten nicht flackern oder blenden und Schattenbildungen vermeiden [2].

Auch der Arbeitsbereich an sich sollte eine angemessene Größe haben, hell und ebenfalls  mit natürlichen Lichtquellen ausgestattet sein. Können Stuhl und Tisch nicht individuelle angepasst werden, können Fußstützen helfen, ergonomischer zu sitzen [4]. Der Schreibtisch ist im optimalen Fall höhenverstellbar, sodass die Arbeit auch im Stehen verrichtet werden kann.

Ergonomie am Bildschirm

Aber Obacht! Auch zu langes Stehen kann gesundheitliche Auswirkungen haben [5]: Krampfadern, Rückenschmerzen, Verspannungen oder Kopfschmerzen können hier ebenfalls die Folge sein [3]. Hingegen regen dynamische Arbeitsplätze, also abwechselnd sitzende und stehende Tätigkeiten, durch den erhöhten Blutfluss und die vermehrte Aufnahme von Sauerstoff die Konzentration an [3].

Verhaltensergonomie

Ob durch Bewegung, Ernährung oder Entspannung – die Verhaltensergonomie bezieht sich, wie der Name schon vermuten lässt, auf das individuelle Verhalten und dessen Veränderung in Richtung ergonomischem Arbeitsverhalten [1]. Korrekt ausgeführte Bewegungen – egal ob im Sitzen, Stehen oder Liegen – sind das A&O, um den Körper nicht zu überlasten und ihm so langfristig zu schaden [1]. Eine nicht verdrehte, aktiv-aufrechte und symmetrische Haltung kennzeichnen bspw. typische, vorgesehene Positionen eines behandelnden Zahnarztes / einer behandelnden Zahnärztin.

Die Arbeit im Büro oder an einer Rezeption wird durch eine angemessene Sitzposition am Schreibtisch und korrekte Hebe- und Tragebewegungen optimiert. Eine nicht-ergonomische Haltung führt laut Studien einiger Krankenkassen zur Volkskrankheit Nr. 1: Den Rückenschmerzen [3]. Insbesondere Büroangestellte sitzen am Tag etwa elf Stunden lang. Ohne ausreichende Bewegung oder einen entsprechenden Ausgleich steigt die Auftretenswahrscheinlichkeit von Muskel-Skelett-Erkrankungen, die eine immens hohe Anzahl an Fehltagen zur Folge haben [3].


Was können Sie konkret tun?

Selbstmanagement

Schaffen Sie Struktur, indem Sie Ihre Aufgaben konkret, sinnvoll und zielgerichtet angehen. Reflektieren Sie, was in Ihnen Stress oder Druck auslöst und entwickeln Sie Strategien, die Ihnen helfen, damit besser umzugehen [1].

Ernährung

Setzen Sie sich nicht dadurch unter Druck, dass Sie glauben, eine ausgewogene Ernährung ist das Nonplusultra und hilft gegen alles. Sicher schadet eine gesunde Ernährung Ihnen nicht, aber manchmal muss es eben auch mal ein Schokoriegel sein, um Stress abzubauen [1]!

Beschwerdefreiheit

Ruhen Sie sich nicht auf den Maßnahmen Ihres Unternehmens aus, sondern werden Sie selbst aktiv, um potentielle Schmerzen zu lindern oder ihnen präventiv entgegenzuwirken. Fitnessübungen und Entspannungsmethoden (Progressive Muskelrelaxation nach Jacobsen (PMR), Meditation oder Yoga) helfen, Ihre Arbeitsfähigkeit und Schmerzfreiheit zu erhalten bzw. wiederherzustellen [1].

Identifizierung von Stressoren mit CompanyMood

Bei der Erfassung von arbeitsbezogenen Belastungen sind wir Ihnen gerne behilflich. Nutzen Sie CompanyMood zur Beurteilung der psychischen Gefährdung und zur Identifizierung von Stressfaktoren am Arbeitsplatz. Lesen Sie dazu auch unseren Artikel zur psychischen Gefährdungsbeurteilung.

Quellen

[1]  Just, M. (2011). Die Arbeit in der Zahnarztpraxis. Die 5 Säulen der Ergonomie. Prävention und Anwendung für das zahnärztliche Team (pp. 8–14). Herne: Zahnärztlicher Fach-Verlag.

[2] Dettmer, H., Blindow, W., Böhm, R., Czenskowsky, T., Degott, P., Dettmer, S., … Wehrheim, R. (2012). Personalintegration und -einsatz. In H. Dettmer, & T. Hausmann (Hrsg.), Organisations-/Personalmanagement und Arbeitsrecht (pp. 182–183). Hamburg: Verlag Handwerk und Technik.

[3] Kolthoff, J. F. (2019). Ergonomie am Arbeitsplatz: So sitzen Sie richtig. Abgerufen über https://www.humanresourcesmanager.de/news/ergonomie-am-arbeitsplatz-so-sitzen-sie-richtig.html

[4] Wittig-Goetz, U. (2018). Ergonomie und Gesundheit. Abgerufen über https://www.ergo-online.de/ergonomie-und-gesundheit/arbeitsplatzgestaltung/mobiliar/artikel/stehen-und-sitzen/fussstuetzen-an-sitzarbeitsplaetzen/

[5] Backé, E. M., Kreis, L., & Latza, U. (2019). Interventionen am Arbeitsplatz, die zur Veränderung des Sitzverhaltens anregen. Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie, 69, 1–10. Doi:10.1007/s40664-018-0284-7

Bildquelle „Ergonomie Bildschirm“: https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Ergonomie_Bildschirm.png

Stephanie Wörz

Als Master-Psychologin mit dem Schwerpunkt der Arbeits- und Organisationspsychologie bin ich im Bereich Business Development tätig. Ich stehe meinen Kollegen bei der Entwicklung von CompanyMood mit psychologischem Fachwissen zur Seite.

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